Diamond Restricted Area#

Diamond Restricted Area
Diamond Restricted Area, July 2012, © Gerhard Huber, under CC BY-NC 4.0 +Edu

Nachdem sich die Diamantenfunde immer weiter nach Süden verlagerten, fiel Lüderitz in einen Dornröschenschlaf, genauso wie die nahe Bergbausiedlung Kolmannskoppe, die sogar gänzlich zur Geisterstadt verfiel. Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen, als man 1908 den ersten Diamanten fand. Nachdem das Diamantenfieber völlig außer Kontrolle geriet, richteten die deutschen Kolonialherren ein 26.000 km² großes Sperrgebiet ein, die bis heute besteht. Die Gründe für die strikte Handhabung liegen in der einzigartigen Geologie der Region. Diamanten entstehen verborgen im Erdmantel in einer Tiefe von mindestens 150 km, wenn Kohlenstoff über lange Zeit extremem Druck und hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Dann befördern Vulkane das diamanthaltige Gestein nahe zur Erdoberfläche. In den Eruptivkanälen solch erloschener Vulkane fördern Diamantminen die edlen Steine zutage, jährlich etwa 26t. Namibia hatte dabei gleich zweimal Glück. Flüsse schwemmten über lange Zeit die Diamanten aus und verteilten sie in der Namib sowie in den küstennahen Gewässern, wo sie nur mehr abgeräumt werden müssen. Zudem finden sich in Namibias Wüste nur Diamanten von ungewöhnlicher Reinheit und Größe, die fast zur Gänze als Schmucksteine in den Verkauf gelangen. Seit dem frühen 20. Jahrhundert beurteilen Experten den Wert eines Diamanten anhand von vier Merkmalen: Karat, d.h. Gewicht, Reinheit, Farbe und Schliff. Der Preis der Steine folgt jedoch nicht den üblichen Weltmarktbedingungen, denn seit Gründung der De Beers-Gruppe 1888 besitzt das Unternehmen eine Monopolstellung bei fast allen Vertriebskanälen von Diamanten in Edelsteinqualität. Auch wenn China, Indien und Russland immer stärker im Diamanthandel Fuß fassen, nutzt De Beers seine Marktführerschaft konsequent in Form strikter Preiskontrolle und Direktvermarktung an bevorzugte Abnehmer. Diese Großhändler und ihre Schleifereien befinden sich traditionell nur an wenigen Orten der Welt, allen voran in Antwerpen, Tel Aviv, London, New York und Amsterdam. Als Wertanlage sind Diamanten daher fast ausschließlich den Launen der De Beers-Manager unterworfen, die übrigens in Luxemburg residieren. Auch alle Diamantenminen in Südafrika, Namibia und Botswana werden von De Beers als 50 % Eigentümer gemanagt.